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DESCRIPTION:Wachsende Moore sind auf dem Festland die wichtigste Kohlenstof
 fsenke. Der fortgesetzte Verlust dieser Rolle im globalen Naturhaushalt ve
 rstärkt die Klimaerwärmung dramatisch. Um dem entgegen zu steuern\, muss e
 ndlich jede weitere Trockenlegung von Mooren unterbunden werden. Entwässer
 te Moore müssen soweit wie möglich wieder vernässt (renaturiert) werden. G
 enerell gilt es\, die primäre Funktion dieser Ökosysteme zu erhalten bzw. 
 wieder herzustellen. \nMoore bedecken drei Prozent der Landfläche unserer 
 Erde\, darin gespeichert sind aber 30 % des gesamten terrestrischen Kohlen
 stoffs. Boreale und temperate Moore legen durchschnittlich 1.120 Tonnen Ko
 hlenstoff pro Hektar fest\, in tropischen Mooren sind es sogar 3.100 Tonne
 n.\nDas Problem der letzten Jahrhunderte war/ist\, dass der Mensch in sein
 en wirtschaftlichen Zwängen einerseits den einst in Mooren gespeicherten T
 orf ausgrub und durch dessen Verbrennung den Kohlenstoff erneut in den Kre
 islauf der Erde einbringt bzw. Torf zwecks Bodenverbesserung zu gärtnerisc
 hen Erden verarbeitet\, der dann kurzfristig mineralisiert. Andererseits v
 ernichten wir durch Entwässerung für Zwecke der „Inkulturnahme“ noch immer
   wachsende Moore. Gegenwärtig „ertrinken“  in arktischen und subarktische
 n Räumen großflächig die Permafrost-Moore infolge der anthropogen bedingte
 n Klimaerwärmung. Da der Permafrostboden zunehmend tiefer auftaut\, werden
  aus den dortigen Moorstandorten Flachgewässer\, in denen die bislang Torf
  bildende Vegetationsdecke abstirbt. Durch anaerobe Fäulnisprozesse werden
  aus den sich zersetzenden\, unter Wasser nunmehr ohne schützende Pflanzen
 decke freiliegenden Torfen gewaltige Mengen des besonders klimarelevanten 
 Methans freigesetzt. Das geschieht gegenwärtig in immer größeren Räumen in
  Sibirien\, Alaska und Kanada. Werden Moore hingegen entwässert\, wie insb
 esondere in Europa\, Süd- und Ostasien\, den USA\, so dringt Sauerstoff in
  den Torfkörper und durch Torfmineralisierung entstehen große Mengen des k
 limarelevanten Gases Kohlendioxid.\nBesonders dramatisch ist derzeit die t
 ief greifende Entwässerung der tropischen Waldmoore in Südostasien\, vor a
 llem in Indonesien. Hier gelangen jährlich fast 700 Millionen Tonnen CO2 i
 nfolge Torfmineralisierung in die Atmosphäre. Hinzu kommt\, dass spätesten
 s fünf Jahre nach Entwässerung tropischer Moore gewaltige Moorbrände entst
 ehen\, die ebenfalls hochgradig klimaschädlich sind. Gegenwärtig werden jä
 hrlich weltweit ca. 3 Milliarden Tonnen CO2 aus drainierten Mooren in die 
 Atmosphäre abgegeben\, 2/3 davon in Südostasien. Tendenz steigend! Diese E
 ntwicklungen sind in den aktuellen Klimabilanzen bislang kaum berücksichti
 gt! Gegenwärtig erleben wir im westlichen Russland im Zuge immer heißer we
 rdender Sommer gewaltige Waldbrände\, die sich vor allem aus entwässerten/
 vertrockneten Mooren speisen.\nMit dem gewonnenen Verständnis über Funktio
 n und Funktionstüchtigkeit von Moorökosystemen im Landschaftshaushalt und 
 vor allem als Klimafaktor muss es uns heute einerseits darum gehen\, weltw
 eit alle noch nicht anthropogen stärker beeinträchtigten Moore unbedingt i
 n ihrem Naturzustand\, d.h. wachsend\, zu erhalten. Andererseits sind auf 
 den bisher durch Entwässerung genutzten Mooren Wiedervernässungen einzulei
 ten bzw. bei Bedarf Nutzungsformen zu finden\, die die Funktionstüchtigkei
 t von Mooren als akkumulierende Ökosysteme sichern. Das kann nur in semiaq
 uatischen Ökosystemen erfolgen. Dabei kann zyklisch die oberirdisch aufwac
 hsende Biomasse abgeschöpft\, d.h. geerntet werden ohne die „unterirdische
 “ Torfbildung zu beeinträchtigen. Die Nutzung der oberirdischen  Biomasse 
 als nachwachsender Rohstoff aus derartigen hochproduktiven “Paludikulturen
 ” dürfte eine wichtige Zukunftsoption sein. Paludikulturen sind nicht nur 
 für wiedervernässte degradierte Niedermoorstandorte sinnvoll\, sie stellen
  auch für abgetorfte Regenmoorstandorte eine dauerhaft umweltgerechte Nutz
 ungsform dar (Sphagnum farming).\nBei all den genannten alternativen Nutzu
 ngsformen besteht ein hoher Forschungs- und Entwicklungsbedarf\, handelt e
 s sich doch um landnutzungstechnisch neue Standorte. Neben Fragen der Impl
 ementierung sind stets aber auch Aspekte der Rentabilität\, des Naturschut
 zes und der Umweltverträglichkeit mit zu untersuchen. Für die energetische
  Verwertung der Biomasse kommen Verfahren der Vergasung\, der Verbrennung 
 oder auch der Verflüssigung in Frage. Eine zukünftige Ökonomie hat dabei d
 ie In-Wert-Setzung ökologischer Leistungen mit einzubeziehen. In Anspielun
 g auf Friedrich Schiller könnte das Fazit lauten: Das Moor hat noch längst
  nicht “seine Schuldigkeit getan”.– Neue Moore braucht das Land!\n~~~\nVor
 trag der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bayreuth e. V.- Gäste und St
 udenten sind herzlich willkommen!\n\n\n\n\n\n\n\n\n Naturwissenschaftliche
  Gesellschaft Bayreuth e. V.
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SUMMARY:Prof.  Dr. Michael Succow\, Universität Greifswald: Klimafaktor Moo
 r - Funktion und Funktionstüchtigkeit der Moore der Erde
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